Schülerwerkstatt Zukunft geht in die zweite Runde

Mit einem professionell moderierten Tages-Workshop ist die „Schülerwerkstatt Zukunft“ des Landkreises Vechta in die nächste Runde gegangen. Im Kreishaus haben 70 Schülerinnen und Schüler aus vier teilnehmenden Klassen an konkreten politischen Ideen aus den Bereichen Umwelt- und Naturschutz, Digitalisierung und Breitbandausbau, Mobilität und Innovation sowie Barrierefreiheit gearbeitet. Vorausgegangen war eine Bewerbungsphase, in der die Jahrgangsstufen 9 bis 11 aller Schulformen im Landkreis Vechta auf Initiative von Landrat Herbert Winkel dazu aufgerufen waren, sich Gedanken über die Zukunft des Landkreises Vechta zu machen. Die finalen Ergebnisse werden die Jugendlichen dem Kreistag am 23. April 2020 vorstellen.

„Die Zukunft gehört Euch. Deshalb ist es uns so wichtig, Euch zuzuhören und einzubinden. Ich bin sehr gespannt auf eure Vorschläge. Diese sollen in das Kreisentwicklungskonzept miteinfließen, das wir gerade vorbereiten“, sagte Landrat Herbert Winkel bei der Begrüßung.

Unter Anleitung professioneller Coaches entwickelten die Klasse 11b des Beruflichen Gymnasiums Technik der Adolf-Kolping-Schule Lohne, die Klasse 11a des Gymnasiums Damme, die Klasse 9d der Oberschule Neuenkirchen-Vörden sowie die Ober- und Abschlussklassen der Erich Kästner-Schulen in Vechta und Damme zusammen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern die Ideen aus ihrer Bewerbung weiter. Am Ende des Tages hielten sie konkrete Lösungsvorschläge und Forderungen in der Hand, die sie am 23. April 2020 dem Kreistag präsentieren dürfen.

 

Den Workshop gestalteten das Büro Wagner CSR aus Mühlen zusammen mit dem Team von „beWirken“ 

Das Unternehmen aus Lüneburg setzt Projekte um, die es Jugendlichen ermöglichen, ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten und kreative Ideen zu entwickeln. „Wenn der Landkreis schon ein solch tolles Projekt ins Leben ruft und nach Eurer Meinung fragt, dann ist das jetzt Eure Chance! Es sollte ein Antrieb sein, konkrete Ergebnisse zu erarbeiten, die der Landkreis dann nicht mehr ablehnen kann“, rief Judith Holle, Projektleiterin bei beWirken, den Schülerinnen und Schülern zu.

Das Team begleitete jede Klasse mit jeweils einem eigenen Workshop-Leiter durch den Tag. Anfangs beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit den Herausforderungen ihrer konkreten Zukunftsfragen. So zeichneten sie beispielsweise einen Comic und ergründeten anhand eines Eisbergmodells die tieferen Ursachen des Problems. Nach dem Sammeln der Herausforderungen und Probleme suchten sie in Kleingruppen nach möglichst vielen Ideen und Lösungsvorschlägen. Im Zuge einer selbstständigen Recherche telefonierten sie dafür etwa mit Unternehmen oder Experten des Landkreises und befragten Passanten in der Stadt.

Am Ende des Workshops gab es eine Generalprobe
 

Nach einer Stärkung in der Mittagspause konkretisierten sie ihre Ideen und erarbeiteten Vorschläge für die Präsentation im Kreistag. Am Ende des Workshops wurden diese als erste kleine Generalprobe den anderen Klassen vorgetragen.

„Es sind am Ende super Ergebnisse herausgekommen“, meinte Rita Espelage, Schulleiterin der Erich Kästner-Schule. „Trotz des langen und anstrengenden Tages haben unsere Schülerinnen und Schüler gut mitgearbeitet. Hoffentlich klappt bei unserer Präsentation vor dem Kreistag alles so, wie wir es uns vorstellen. Aber es ist wirklich toll, dass auch unseren Klassen solch ein Projekt ermöglicht wird.“

Von Seiten der Schülerinnen und Schüler gab es ebenfalls positives Feedback: „Ich finde es super, dass der Landkreis uns Jugendliche miteinbezieht und so ein cooles Projekt für uns veranstaltet. Ich würde jederzeit wieder daran teilnehmen und kann anderen Schulklassen nur empfehlen, hier mitzumachen,“ sagte Maurice Bernard von der Oberschule Neuenkirchen-Vörden. Auch Marie Sandscheper, Schülerin des Gymnasiums Damme, war zufrieden: „Der Tag war echt interessant, gut strukturiert und organisiert. Es war gut, dass jeder seinen festen Ansprechpartner hatte und wir mit Leuten aus dem Landkreis sprechen konnten.“

Bevor die Präsentationen in der Kreistagssitzung vorgestellt werden, bleibt allen Schulklassen noch etwas Zeit, um zu üben und die Ideen gegebenenfalls noch zu verfeinern. „Ich finde es richtig gut, dass die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, ihre Ergebnisse den Kreistagsabgeordneten vorzustellen. So bleiben ihre Ideen nicht nur in einem kleinen Rahmen, sondern können wirklich etwas Großes bewirken“, freute sich beWirken-Coach Swetlana.

Wie die Ideen und Vorschläge von den Kreistagsabgeordneten aufgenommen werden, wird sich am 23. April im Kreishaus zeigen. Die Forderungen der Schülerinnen und Schüler sollen in das Kreisentwicklungskonzept einfließen. Vielleicht lassen sich einige der Projekte am Ende sogar umsetzen.

Eine schöne Belohnung für ihr Engagement erhalten die Klassen bereits direkt nach ihrer Präsentation: in Form eines Schecks in Höhe von je 500 Euro. Darüber hinaus stellt der Landkreis Vechta ein Budget für eine Baumpflanzaktion zur Verfügung.

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