Vier Schulklassen präsentieren kreative Ideen zur Zukunft des Landkreises

Digitalisierung, Naturschutz, Mobilität, Inklusion oder der Strukturwandel – die Herausforderungen des Landkreises Vechta mit Blick auf die Zukunft sind vielfältig. Bei der Entwicklung von Antworten auf diese Zukunftsfragen will der Landrat jene stärker einbinden, die sie direkt betreffen: die Menschen vor Ort, vor allem die Jugend. Dafür hat der Landkreis im September 2019 das Projekt „Schülerwerkstatt Zukunft“ ins Leben gerufen. Die vier teilnehmenden Schulklassen lud Winkel am Freitag (22. November) zu einem ersten Treffen ins Kreishaus ein.

Bei dem Projekt „Schülerwerkstatt Zukunft“ geht es darum, jungen Menschen die Möglichkeit zu bieten, sich aktiv in die Entwicklung des Landkreises einzubringen und konkrete Ideen hierfür zu entwickeln. „Wir wollen unsere Jugendlichen stärker beteiligen. Ich finde es toll, dass sich so viele Schülerinnen und Schüler darüber Gedanken machen, wie das Leben im Landkreis Vechta von morgen aussieht. So wird Kommunalpolitik greifbar.“ sagte Herbert Winkel.

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 11 aller Schulformen waren aufgerufen, sich bis zu den Herbstferien für die „Schülerwerkstatt Zukunft“ zu bewerben. Dabei konnten sie ihre eigenen Vorstellungen zum Landkreis Vechta zum Ausdruck bringen: Wie stellen sie sich ihre Region in Zukunft vor? Welche Sorgen haben sie? Was finden sie richtig gut? Was würden sie gerne verändern?

 

Kreative Bewerbungen und Ideen

Die Freiheit, die den Schülern bei den Bewerbungen gelassen wurde, zahlte sich aus. Die Klassen bewarben sich auf vielfältige und kreative Art und Weise: mit kurzen Clips, Word-Präsentationen, Videos oder Mails zu Themen wie Digitalisierung, Umweltschutz, Barrierefreiheit oder Mobilität. „Unsere Schüler haben in der Bewerbungsphase sehr kooperativ mitgearbeitet, viel diskutiert und sich eingebracht“, erzählte Aloys Schulte, Lehrer der Klasse 11b des Technischen Gymnasiums in Lohne.

Neben dem TG Lohne haben zudem die Klasse 11a des Gymnasiums Damme, die Klasse 9d der Oberschule Neuenkirchen-Vörden sowie Schülerinnen und Schüler der Ober- und Abschlussklassen der Erich-Kästner Schulen in Vechta und Damme die Möglichkeit erhalten, an der Schülerwerkstatt teilzunehmen. Insgesamt rund 80 Schüler und Lehrer begrüßte Herbert Winkel zum Auftakt am Freitagmittag im Kreishaus. Für die Anreise hatte der Landkreis eigens Busse organisiert. 

Zu Beginn der Auftaktveranstaltung lud das Organisations- und Moderationsteam des Büros Wagner aus Mühlen die Jugendlichen zu einer multimedialen Live-Umfrage per Smartphone und Tablets ein. Dabei konnten sie verschiedene Fragen zu ihrer politischen Einstellung sowie zur Zukunft des Landkreises Vechta beantworten. Auf die Frage etwa, ob der Landkreis die Belange der Jugendlichen ausreichend im Blick habe, antworteten mehr als die Hälfte der Schüler mit „nein“ und „eher nein“. Landrat Herbert Winkel hatte in seinem Vortrag im Anschluss an die Umfrage sogleich Gelegenheit, die Ergebnisse zu kommentieren und einzuordnen. „Ihr habt ein sehr gutes Gespür für die Herausforderungen, vor denen der Landkreis Vechta steht. Ob Breitbandausbau, neue Mobilitätsangebote oder Umwelt- und Naturschutz - jedes Thema betrifft Euch direkt. Deswegen bin ich gespannt auf eure Ideen und Vorschläge“, sagte Winkel.

 

Lebendiger Impulsvortrag von Lukas Meyer-Tonndorf 

Zu einem zweiten Impulsvortrag war Lukas Meyer-Tonndorf, Mitinitiator der Modemarke bauernkind eingeladen. Der 27-Jährige erzählte, warum er und seine drei Freunde 2016 das regionale Modelabel ins Leben gerufen haben („Bauernkinder werden immer wieder gebasht“) und wie aus einer kleinen Idee etwas Großes entstehen kann. „Ihr könnt mit dem Projekt Schülerwerkstatt Eure Ideen weiterentwickeln. Aber manchmal ist man gehemmt, einen Gedanken umzusetzen, weil man nicht weiß, ob er funktioniert“, sagte Meyer-Tonndorf und betonte: „Nicht alles macht dann immer unbedingt Spaß. So ein Projekt ist auch mit viel Arbeit verbunden. Aber ich kann Euch Mut machen: Es lohnt sich, seine Ideen weiterzuverfolgen.“ Der lebendige Vortrag kam an. „Am besten war Lukas Vorstellung von bauernkind. Eine tolle Idee“, sagte Tjark Treichel, Schüler des Technischen Gymnasiums, beim abschließenden Get-Together. Auch das Projekt der „Schülerwerkstatt Zukunft“ fand Zuspruch. „Die Auftaktveranstaltung war sehr interessant und informativ“, sagte Lukas Schmock von der 9d der Oberschule Neuenkirchen-Vörden. 

 

Workshops im Februar 2020 

Und wie geht es nun mit dem Projekt weiter? In einem innovativen, eintägigen Workshop im Februar 2020 im Kreishaus werden die Schülerinnen und Schüler ihre Ideen zusammen mit Workshop-Leitern weiter ausarbeiten. Die Ergebnisse dürfen sie dann bei der nächsten Kreistagssitzung im April der Politik präsentieren. Sie sollen möglichst in das Kreisentwicklungskonzept des Landkreises Vechta einfließen. „Hoffentlich kommen coole Ergebnisse dabei heraus“, sagte Mika Schröder, Schüler des Gymnasiums Damme. Und seine Klassenkameradin Leandra Böckermann meinte: „Ich hoffe, dass nach dem Workshop auch von Seiten der Politik etwas getan wird und unsere Ergebnisse umgesetzt werden.“ Alle vier Klassen, die an der Schülerwerkstatt Zukunft teilnehmen, erhalten 500 € Preisgeld für ihre Klassenkasse. Der Landkreis Vechta stellt darüber hinaus ein Budget für ein Baumpflanzprojekt zur Verfügung.

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Impressionen - ein gelungener Auftakt